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SLEEP

EINZELAUSSTELLUNG 20.12.2019 - 29.02.2020

Die Ausstellung SLEEP überrascht mit ungewohnten, bisweilen erschreckenden, mysteriösen Bilderwelten. Thematisch geht es hier um die Verarbeitung unbequemer, sensibler Inhalte, die durch den investigativen Journalismus der 2000er Jahre aus dem Dunkel an die Öffentlichkeit gelangten, wie zum Beispiel die Hinterfragung des Finanzsystems, Korruption, False Flag attacks, endlose (Angriffs-) Kriege, Kontrolle, Spaltung und Manipulation der Masse, Menschenhandel und Kinderpornografie. Das sind unbequeme Themen, denen sich die wenigsten Menschen – verständlicherweise –  zuwenden möchten.

Der Künstler Leopold Rieser tut jedoch genau dies, weil er nicht wegsehen kann. In der Ausstellung werden Werke aus seiner bisher 15 Jahre andauernden Schaffensphase präsentiert. Es werden Arbeiten gezeigt, die unter dem Kredo „message over perfection“ gefertigt wurden. Das heißt die Produktion der Arbeiten ist ein Ventil, um die Inhalte erschreckender Entdeckungen zu verarbeiten.

Das politische Interesse begann durch die Auseinandersetzung mit investigativen Berichterstattungen um die vermutlich gefälschte Präsidentschaftswahl zwischen Bush und Al Gore im Jahr 2000. Auf Grund der vielen Ungereimtheiten des Anschlags von 9/11 und den darauffolgenden zahllosen Kriegen "gegen" den Terror, folgte eine endlose Recherchearbeit und die Hinterfragung der Welt.


Geboren und aufgewachsen mit österreichischen Wurzeln in München, als Teil einer Familie, die altes Handwerk schätzt und einen ausgeprägten Sinn für ästhetisch Schönes hat, entwickelt sich Leo Rieser in seinen Zwanzigern zu einem produktiven Künstler und trifft vielleicht so auf seine künstlerischen Wurzeln – sein Opa war ein begabter Holzbildhauer. Die Motivation zu dieser Entwicklung bestand anfangs in einem inhaltsbasierten Bilderdrang, weil in der Isolation unter Unwissenden die Worte des Austauschs über „Wahrheiten hinter dem Mainstream“ zu stummen Follikeln wurden. Bilder zu schaffen war für den Künstler „täglich Brot“, als Verzweiflungstat zur therapeutischen Bewältigung. Erschrocken, aber kühn, begann der Kampf des Künstlers durch eine imposante, schmerzhaft unbequeme Themenwelt.

Heute lässt sich eine authentische, künstlerische Qualität feststellen: seine Handschrift etabliert sich als unprätentiös, hartnäckig, akribisch und massig. Geführte Notizbücher dienen als Tagebuch und Werkplaner, volle Festplatten dokumentieren Themen und Ideen für geplante Umsetzungen. Massenhaft gesammelte Fotos und Abbildungen werden als potentielle Vorlage überprüft. Flohmarktschätze, wie Bilderrahmen, Lampenteile, alte Gitter und vieles mehr werden mit Liebe für Altes bewahrt und irgendwann in den Schaffensprozess einbezogen. Seine Werke leben mit der Zeit. Immer sind mehrere Baustellen gleichzeitig offen. Wann was fertig wird, entscheidet der Moment.

Der Künstler Leopold Rieser, der weitgehend unter dem Pseudonym ArtPartment82 arbeitet, sieht sich selbst als politischen Künstler. In seinem Verständnis will und muss politische Kunst auf Wahrheiten hindeuten: „Politische Kunst heißt für mich, sensible Themen zu beleuchten, dem Betrachter einen Spiegel vorzuhalten und ihn in die unbequeme Lage zu zwingen, sich mit seiner eigenen Ignoranz auseinanderzusetzen.“

„Die Mehrheit der gewöhnlichen Bevölkerung versteht nicht, was wirklich geschieht. Und sie versteht noch nicht einmal, dass sie es nicht versteht!“  (Noam Chomsky)


Das gesamte Konvolut an Bildern und Objekten schlummerte im Privatbesitz des Künstlers. Nur einen kleinen Teil konnte man im April 2019 in der Karotte Bar sehen, die jedoch nur donnerstags Barbetrieb hat. Das SHOWCASE_20A macht sich weniger rar und ist 24 Stunden einsehbar. Sie dürfen also gespannt sein! 

ERÖFFNUNG

20.12.2019 - 19UHR BIS 22 UHR